Wolfgang Andre (SV Hellern) ist Senioren-Landesmeister im Blitzschach 2018

Bei moderaten sommerlichen Temperaturen hatten fünf Spieler am Sonntag 12. August 2018 den Weg nach Osnabrück-Hellern gefunden. Die drei weiteren Teilnehmer hatten es nicht so weit. Es waren Helleraner.

Die Teilnehmerliste nach DWZ:

1. Wolfgang Andre (SV Hellern, 2047)
2. Gerhard Müller (SV Osnabrück, 1982)
3. Jürgen Grosser (SV Hellern, 1855)
4. Prof. Dr. Halim Aydin (SV Leherheide, 1850)
5. Helmut Schau (SK Lehrte, 1844)
6. Franz Recke (SV Bentheim/Nordhorn, 1716)
7. Frank Pfeifer (SV Hellern, 1525)
8. Siegfried Rittweger (o.A.)

Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl wurde dann ein doppelrundiges Turnier mit insgesamt 14 Runden gespielt.

Gerhard Müller führte nach der Hinrunde

Die Hinrunde konnte Gerhard Müller ohne Niederlage für sich entscheiden.
Sehr stark performte auch Helmut Schau, der nur gegen den Halbzeitsieger G. Müller eine Niederlage einstecken musste. Lokalmatador Wolfgang Andre verlor gegen Schau, kam allerdings wie dieser auf 5½ Punkte.

Die Tabelle nach der Hinrunde:

Die Entscheidung fiel in der letzten Runde

Jürgen Grosser ging in der Rückrunde dann ein wenig die Luft aus. Vier Niederlagen waren zu viel, um vorne anzugreifen. Bei anderen lief es umgekehrt. Am auffälligsten bei Franz Recke, der nach zwei Punkten in der Hinrunde ordentlich draufpackte und 5x gewann. Bemerkenswert.
Helmut Schau verlor nach Niederlagen gegen Wolfgang Andre und Franz Recke den Anschluss zur Spitze, konnte am Ende aber Platz 3 verteidigen.


Frank Recke – Siegfried Rittweger (r.) = 1-0

Frank Pfeifer (r.) – Wolfgang Andre = 0-1

Jürgen Grosser (r.) – Wolfgang Andre = 0-1

Dr. Aydin – Jürgen Grosser (r.) = 0-1

Helmut Schau (r.) – Wolfgang Andre = 0-1

Es lief in der letzten Runde also auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gerhard Müller und Wolfgang Andre hinaus. Letzterer machte die Sache ungewollt spannend, als er mitten im Mattsetzen gegen Siegfried Rittweger die Zeit überschritt. Schiri Stefan Ewert hatte keine Wahl – der Punkt ging an Siegfried Rittweger. Es kam also zum großen Finale. Wolfgang trat gegen den mit einem Punkt führenden Gerhard Müller an – und gewann mit cleverer Taktik recht sicher – aufmerksam beobachtet von Schiri Stefan Ewert.


Entscheidende Partie der letzten Runde: Wolfgang Andre gegen Gerhard Müller

Also Gleichstand. Nun zogen sich die verantwortlichen Hartmut Weist (kommissarischer Referent für Seniorenschach) und Stefan Ewert ins Hinterzimmer zurück, um die Feinwertung zu berechnen. Wir nutzen die Unterbrechung und zeigen die Rückrunden-Tabelle …

Das Ergebnis war keine Überraschung: Wolfgang Andre wurde Sieger nach Feinwertung, was auch G. Müller nicht sonderlich überraschte, hatte er doch die direkte Begegnung mit ½-1½ verloren. Wir gratulieren dem neuen Landesmeister im Senioren-Blitzschach, aber auch Gerhard Müller und Helmut Schau. Das Trio distanzierte die Verfolger am Ende recht deutlich.

Die Siegerehrung nahm dann der NSV-Seniorenschachreferent Hartmut Weist vor. Vielen Dank auch an Schiri Stefan Ewert, der nicht viel zu schlichten hatte.


Platz 3: Helmut Schau (SK Lehrte)

Platz 2: Gerhard Müller (SV Osnabrück)

Turniersieger und Landesmeister 2018 im Blitzschach der Senioren: Wolfgang Andre (SV Hellern).
(Alle Fotos: Dr. Ortwin Thal)

6 thoughts on “Wolfgang Andre (SV Hellern) ist Senioren-Landesmeister im Blitzschach 2018

  1. Warum wurde für die Feststellung des Turniersiegers eine „Feinwertung“ (welche?) herangezogen? In NSV-TO C.11.2 heißt es:

    „(2) Bei Gleichstand auf dem 1. Tabellenplatz werden Stichkämpfe angesetzt.“

    Mir scheint, dass so der Schachfreund Gerhard Müller um die Chance gebracht wurde, durch einen Sieg im Stichkampf den Titel zu gewinnen.

    1. Die Regel mit dem Stichkampf stammt aus einer veralteten Version der Turnierordnung. In der aktuellen heißt es:

      C.11.2 (2) Bei Punktgleichheit im Endstand entscheidet der direkte Vergleich der betreffenden Spieler gegeneinander. Besteht auch hier Gleichstand, so entscheiden über die Reihenfolge die Anzahl der Siegpartien, die Sonneborn-Berger-Wertung und danach das Los.

      Insofern ist die Rangfolge in Ordnung.

  2. Meine beiden Kommentare möchte ich durch folgende Auswertung untermauern. Dazu habe ich mir die Austragungen der Niedersächsischen Senioren-Einzelmeisterschaften (41.-52.) ab 2007 angesehen:

    2007 = Sottrum, 63 Teilnehmer, Blitzschach 21 Teilnehmer
    2008 = Sottrum, 60 Teilnehmer, Blitzschach?
    2009 = Cadenberge, 42 Teilnehmer, Blitzschach ja, Teilnehmerzahl?
    2011 = Sottrum, 24 Teilnehmer, Blitzschach?
    2012 = abgesagt mangels Anmeldungen und Krankheit
    2013 = Sottrum, 26 Teilnehmer, Blitzschach ausgefallen wegen geringer Beteiligung
    2014 = Sottrum, 20 Teilnehmer, Blitzschach 10 Teilnehmer
    2015 = Undeloh-Wesel, 28 Teilnehmer, Blitzschach 8 Teilnehmer
    2016 = Sottrum, abgesagt mangels Interesse (nur 11 Anmeldungen)
    2017 = Handeloh, 19 Teilnehmer, Blitzschach 8 Teilnehmer
    2018 = 52. Einzelmeisterschaft, abgesagt, Blitzschach 8 Teilnehmer

    Dass es mit den Seniorenmeisterschaften in Niedersachsen seit 2007 bergab geht, ist offensichtlich. Dazu ist folgender Seufzer im Rechenschaftsbericht des Seniorenreferenten Manfred Sobottka aus dem Jahr 2007 bemerkenswert:

    „Die 41. Niedersächsische Senioreneinzelmeisterschaft 2007 fand in der Zeit vom 22. März bis 30. März 2007 in Sottrum/bei Bremen statt. Die Teilnehmerzahl von 63 Teilnehmern – darunter nur eine Dame – ist weiter rückläufig.“

    Von 63 Teilnehmern träumen wir heutzutage! Das zeigt doch, dass sich die Zeiten geändert haben. Wer glaubt, mit den alten Konzepten die Seniorenmeisterschaften in einen Jungbrunnen zu verwandeln, wird scheitern.

  3. Ich möchte kurz auf die Anmerkungen des SF Gerhard Streich eingehen.

    Es war sicher sehr enttäuschend, die NSV-Seniorenblitzmeisterschaft mit so wenigen Teilnehmern auszutragen. Dies lag sicher auch daran, das es diesmal ein separates Turnier war (in den letzten Jahren war es eingebettet in der NSV-Senioreneinzelmeisterschaft) und viele Schachfreunden die weite Reise bei schönem Wetter nicht antreten wollten. Trotzdem war es wichtig, dieses Turnier anzubieten und durchzuführen.

    Ein Schachfreund gehörte dem SF Leherheide (Landessportbund Bremen) an. Nach der NSV Turnierordnung C.10.1. wäre er bei der Einzelmeisterschaft der Senioren spielberechtigt gewesen, so dass ich seine kurzfristige Anmeldung auch für die Blitzmeisterschaft akzeptierte (hier sollte vielleicht die TO für Blitzschach entsprechend ergänzt werden).

    Der andere Schachfreund, der über viele Jahre in verschiedenen niedersächsischen Schachvereinen aktiv gespielt hat und zz. ohne Verein ist, wurde von mir vor dem Hintergrund der spärlichen Resonanz ausnahmsweise zugelassen.

    Ergänzend sei noch erwähnt, das diese Dinge keinen Einfluss auf die Titelvergabe hatten und sich der neue Seniorenblitzmeister Wolfgang Andre sich sehr über seinen Erfolg gefreut hat.

    Ich hoffe im nächsten Jahr auf eine gute Resonanz der Landesmeisterschaft der Senioren und dann natürlich auf eine entsprechende Teilnahme an der in diesem Turnier eingebetteten Blitzmeisterschaft.

    1. Lieber Hartmut,

      mit deiner Antwort bestätigst du meinen Einwand, dass die beiden Schachfreunde laut Turnierordnung nicht spielberechtigt waren. Natürlich war es richtig, dass du deren Teilnahme zugelassen hast. Darauf will ich ja hinaus: Wir müssen unsere Turnierordnung dahingehend entrümpeln, dass du als Seniorenreferent so flexibel wie möglich agieren kannst.

      Deine Hoffnung, dass es im nächsten Jahr besser wird, wenn die Blitzmeisterschaft in die Landesmeisterschaft eingebettet wird, teile ich nicht. Im vergangenen Jahr war sie eingebettet. „Mit nur 8 Teilnehmern war die Beteiligung an diesem Turnier leider sehr gering“, waren die ernüchternden Worte von Reinhard Piehl. Nachzulesen auf diesen NSV-Seiten.

      Wenn es eine Trendwende geben soll, muss der Vorstand des NSV bereit sein, neue Turnierformen zu ermöglichen. Der Schachfreund Jürgen Carsten hat dazu bereits ein paar Vorschläge gemacht. Ich möchte diese um einen konkreten Vorschlag ergänzen:

      Die Landesblitzeinzelmeisterschaft 2019 der Senioren wird als Einladungsturnier ausgetragen. Das Ziel: ein Rundenturnier mit 30 Teilnehmern. Du lädst aus den 6 Schachbezirken die jeweils 10 Elo-Besten Senioren ein. Das sind theoretisch 60 Schachfreunde. Nehmen wir an, 20 Senioren sagen ihre Teilnahme bis zu einem Stichtag zu. Für die fehlenden 10 Plätze können sich alle anderen Senioren bewerben. Wer sich zuerst meldet, bekommt einen Startplatz.

      Ich kann dir nicht versprechen, dass diese Idee tatsächlich funktioniert. Aber einen Versuch ist sie wert. Die Senioren, die du einlädst, werden sich geehrt fühlen. Wenn rechtzeitig bekannt ist, dass sich viele spielstarke Senioren einfinden werden, wird dies eine Signalwirkung haben. Derzeit weiß niemand bis wenige Minuten vor Turnierbeginn, was auf ihn zukommt. Deshalb machen sich die meisten Senioren erst gar nicht auf den weiten Weg.

      Nur Mut!
      Gerhard

  4. Strenggenommen ist die Landesmeisterschaft ungültig, weil ein Schachfreund teilgenommen hat, der offenbar keine aktive Spielberechtigung besitzt (TO C.11.1), und ein weiterer einem Schachverein angehört, der außerhalb Niedersachsens liegt. Da ich alles andere als streng bin, finde ich es in Ordnung, dass beide mitgespielt haben. Der Fall zeigt indes, dass unzweckmäßige Ordnungen nicht zielführend sind.

    Unabhängig von Formalien kann das Ergebnis nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Blitzeinzelmeisterschaft wie im vergangenen Jahr eine Farce war. Niedersachsen hat 6 Schachbezirke. Aus den Bezirken 2, 3, 4 und 5 hat sich nicht ein einziger Senior auf den Weg nach Osnabrück gemacht; aus dem Schachbezirk 1 war einer anwesend. 5 von 8 Teilnehmern stammen aus der Nachbarschaft.

    Mit tut vor allem der Ausrichter leid. Hartmut Weist hatte noch in der Ausschreibung darauf hingewiesen, dass man sich rechtzeitig anmelden möge, weil die Kapazität des Raumes auf 32 Spieler begrenzt sei. Aus der Landesmeisterschaft wurde kaum mehr als eine Vereinsmeisterschaft. Den Erfolg von Wolfgang Andre möchte ich keinesfalls kleinreden, ich kann mir aber vorstellen, dass er sich angesichts der Umstände nicht wirklich über den Titel Niedersachsenmeister freut.

    Obwohl das Seniorenschach bundesweit boomt, herrscht in Niedersachsen tote Hose. Das sorgt für Frust. Niemand mache ich für diese Entwicklung verantwortlich. Gleichwohl macht es keinen Sinn, den Frust zu perpetuieren, indem an Turnierformen festgehalten wird, die aus der Zeit gefallen sind. Es ist besser, auf Landesebene keine Seniorenmeisterschaften zu veranstalten, als solche, zu denen keiner kommt. Ob der geplante Fragebogen hilfreich ist, bezweifele ich wie der Schachfreund Jürgen Carsten. Neue Ideen müssen her, die sich nicht an überholten Turnierordnungen orientieren, sondern an den Erwartungen der Zielgruppe.

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